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Samstag, 23 März 2019
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Natürliche Verhütung

Bei den natürlichen Verhütungsmethoden dreht sich alles um die fruchtbaren Tage einer Frau und wie diese möglichst genau bestimmt werden können. Während den unfruchtbaren Tagen können die Partner ohne weiteren Schutz Geschlechtsverkehr haben, ohne eine Schwangerschaft herbeizuführen. Über die fruchtbaren Tage hinweg muss man jedoch enthaltsam sein.

Kritisch für diese Vorgehensweise ist die korrekte Bestimmung der fruchtbaren Tage. Da manche Methoden eher auf alten Weisheiten als biologischen Vorgängen beruhen, ergibt sich eine große Spannweite in der Wirksamkeit von natürlichen Verhütungsmethoden. So reichen die Pearl-Indizes von 0,26 bis hoch zu 40.

Allgemein betrachtet eignen sich diese natürlichen Methoden nicht nur zur Empfängnisverhütung sondern auch für die Erhöhung der Chancen auf eine Schwangerschaft. Denn die anschließend vorgestellten Methoden basieren lediglich darauf die fruchtbaren Tage des weiblichen Zyklus zu bestimmen, wobei diese Information sowohl für die Verhütung als auch einen Kinderwunsch verwendet werden kann. Wir beziehen uns primär auf den Einsatz als natürliche Verhütungsmittel.

MethodePearl-Index
Coitus Interruptus4-18
Kalendermethoden / Geburtenkontrollkette9-40
Hormon Messung5-6
Temperatur-Methode0,8-3
Symptothermale Methode0,26-2,2
Billings-Methode5-15
LAM (Stillinfertilität)2

Coitus interruptus

Coitus interruptus ist die einzige natürliche Verhütungsmethode die vom Mann angewandt werden kann. Der Begriff stammt aus dem lateinischen und bedeutet übersetzt in etwa “unterbrochener Geschlechtsverkehr”. Die Methode gilt als sehr unsicher und erfordert in ihrer Umsetzung viel Disziplin des Mannes. Selbst wenn korrekt durchgeführt kann es zu einer Schwangerschaft kommen.

Funktionsprinzip

Der Gedanke hinter dem Coitus interruptus ist: wenn der Mann außerhalb der Frau ejakuliert können keine Spermien zur Eizelle gelangen und diese befruchten. Obwohl dieser Gedanke grundsätzlich auch richtig ist, besteht die Gefahr des CI darin, dass auch vor der eigentlichen Ejakulation bereits Spermien austreten können.

Vorteile & Nachteile

Vorteile

Als Vorteil kann gesehen werden, dass man für diese Art der Verhütung keine Hilfsmittel benötigt. Somit geht man keine Gefahr für hormonelle Nebenwirkungen ein. Außerdem spart diese Methode Geld (sofern sie funktioniert). Die Geschlechtspartner müssen für diese Methode sehr eingespielt sein und auch eine Technik wählen die es dem Mann erlaubt den Penis schnell herauszuziehen. Dieses besondere Zusammenarbeiten kann also ebenfalls als Vorteil gedeutet werden.

  • keine Hilfsmittel notwendig
  • keine hormonellen Nebenwirkungen
  • Kostenersparnis
  • intensives Verhältnis / Vertrauen notwendig

Nachteile

Auf dieser Seite steht ganz klar die hohe Unsicherheit. Da Spermien bereits vor dem Samenerguss austreten können, geht man bei dieser Methode ein hohes Risiko einer Schwangerschaft ein. Außerdem bietet diese Technik keinen Schutz gegenüber sexuell übertragbaren Krankheiten.

Diese Methode lässt sich auch nur ausführen wenn der Mann über ausreichend Selbstbeherrschung verfügt den Samenerguss zu verzögern beziehungsweise rechtzeitig den Penis herauszuziehen. Ebenfalls möglich ist eine gewisse Art von Frust möglich wenn diese Art von Verhütung angewandt wird. Manche Psychologen gehen auch davon aus, dass diese Methode eine Ursache für sexuelle Probleme sein könnte.

  • sehr unsicher
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Kontrolle über Sexualfunktionen ausschlaggebend
  • sexueller Frust

Kalendermethode

Die Kalendermethode wird auch als Knaus-Ogino-Verhütungsmethode bezeichnet. Hierbei werden die fruchtbaren Tage der Frau anhand des Menstruationszyklus geschätzt. Da der Eisprung bei dieser Methode lediglich geschätzt wird um die unfruchtbaren Tage zu erhalten, ergibt sich eine große Fehleranfälligkeit dieser Methode. Auch der sehr (!) hohe Pearl-Index von 9-40 indiziert eine starke Ungenauigkeit.

Zur Berechnung der Kalendermethode ist ein Wissen über die Zyklen der vergangenen 12 Monate notwendig, wobei diese keine höheren Schwankungen beinhalten sollten. Aus diesen Aufzeichnungen wird sowohl der längste als auch der kürzeste Zyklus benötigt. Mit diesen werden der erste und letzte (theoretische) unfruchtbare Tag des Zyklus folgendermaßen bestimmt:

  • Erster = kürzester Zyklus (in Tagen) – 18
  • Letzer = längster Zyklus (in Tagen) – 11

Anschließend beginnt man den Zeitraum zwischen diesen Tagen zu bestimmen, wobei Tag 1 als erster Tag der Menstruation (Blutung) gilt. Sobald diese einsetzt beginnt legt man diesen Tag als Tag 1 fest. Der Zeitraum zwischen obigen berechneten Tagen gibt den fruchtbaren Zeitraum an während dem man auf Geschlechtsverkehr verzichten sollte. Die restlichen Tage gelten demnach als unfruchtbar.

Beispiel: Wenn der kürzeste Zyklus 25 Tage war und der längste 30, ergeben sich für den ersten Tag: 25 – 18 = 7, also Tag 7. Sowie für den letzten Tag: 30 – 11 = 19, also Tag 19. Beginnt nun die Menstruation (Tag 1) bilden die Tage zwischen 7. und 19. Tag den fruchtbaren Zeitraum. Die Tage bis zum 7. Tag bzw. ab dem 19. bis zum 7. des nächsten Zyklus sind die berechneten unfruchtbaren Tage.

Geburtenkontrollkette

Die Geburtenkontrollkette ist ein von der Österreicherin Maria Hengstberger entwickeltes Hilfsmittel zur Geburtenkontrolle. Sie basiert auf der Kalendermethode und wird insbesondere in Ländern der Dritten Welt verwendet.

Die Kette besteht aus 30 tropfenförmigen Elementen mit unterschiedlicher farbiger Markierung sowie einem kleinen Gummiring. Die Tropfen stellen die einzelnen Tage des Zyklus dar und beginnen mit dem ersten Tag der Menstruation (durch einen roten Tropfen dargestellt). Die unfruchtbaren Tage werden durch gelbe und die fruchtbaren durch blaue Perlen angezeigt, wobei die Übergänge wo eine Schwangerschaft nicht wahrscheinlich aber auch nicht unmöglich ist zweifärbig.

Jeden Tag begonnen von Tag 1 wird der Gummiring eine Perle weiter geschoben. Durch die Tropfen-Form ist es nur in eine Richtung möglich, wodurch ein unbeabsichtigtes Wechseln der Richtung vermieden wird. Dadurch weiß die betreffende Frau immer in welcher Phase ihrer Periode sie sich gerade befindet, wodurch die Empfängnisverhütung zumindest etwas kontrolliert werden kann. Mit dem Einsetzen der Menstruation wird der Gummiring wieder auf Tag 1 verschoben.

Hormon Messung

Hierbei wird der Urin der Frau auf bestimmte Hormone untersucht, welche Aufschluss über die Fruchtbarkeit geben. Dazu werden Teststreifen verwendet die von einem Computer ausgewertet werden. Dieser bestimmt Konzentration des Östrogens und des luteinisierenden Hormons.

Diese Hormone sind ein Indikator für den Eisprung und können so die Phasen des Zyklus genauer bestimmen als zum Beispiel Schätzungen anhand der Kalendermethode. Der Pearl-Index der Hormon-Messung liegt bei 5-6.

Temperatur-Methode

Diese Methode bestimmt anhand der Basaltemperatur die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau. Wobei der Eisprung nur Rückwirkend festgestellt werden kann. Die Temperatur-Methode verlangt ein stetes Messen der Basaltemperatur.

Die Basaltemperatur ist die minimale Körpertemperatur, welche als Basiswert verwendet wird. Da der Körper im Laufe des Tages unterschiedliche Temperaturschwankungen erfährt ist es notwendig diese Temperatur während der Ruhephase zu messen. So stellt sich während des Schlafens ein Temperaturminimum ein, dieses ist die Basaltemperatur. Da diese während des Schlafens nicht selbst gemessen werden kann, verwendet man hierzu die Temperatur direkt nach dem Aufwachen. Um diese zu messen kann sowohl ein normales Fieberthermometer als auch ein spezielles Basalthermometer verwendet werden.

Da die Basaltemperatur während der Periode natürlichen zyklischen Schwankungen unterworfen ist, lässt sich durch ein mindestens dreitägiges Ansteigen dieser auf den Eisprung schließen. Dieser Steigung geht ungefähr eine Woche mit niedriger Temperatur zuvor. Kommt es daraufhin zu eben erwähntem Anstieg (um mindestens 0,2 °C) lässt sich Rückwirkend auf den Eisprung (Beginn der Temperatur-Erhöhung) schließen.

Hiermit beginnt auch die unfruchtbare Phase der Frau. Diese dauert bis zu höchstens 8 Tage vor dem Temperatur-Anstieg des letzten Zyklus. Falls die Temperatur zum Beispiel an Tag 16 zu steigen begann (und weiter stieg), war der Eisprung wahrscheinlich an Tag 15. Die unfruchtbare Phase dauert nun von Tag 19 (etwa 4 Tage nach dem Eisprung) bis zu Tag 8 (8 Tage vor dem Tag des Temperaturanstiegs). Danach beginnt die unsichere Phase, in welcher wenn empfängnisverhütende Wirkung gewünscht ist, auf Geschlechtsverkehr verzichten sollte.

Aufpassen sollte man falls man während diesem Zeitraum Erkrankungen oder Beeinträchtigungen hatte, welche die Basaltemperatur erhöhen können da somit keine genauen Rückschlüsse auf den Eisprung gezogen werden können. Dazu gehören zum Beispiel Fieber, Infektionen, Schlafmangel, Schichtarbeit aber auch Stress oder Alkoholkonsum.

Billings-Methode

Diese Methode basiert auf der Messung der Beschaffenheit des Zervikalschleims. Denn dieser am Muttermund befindliche Schleim verändert sich kurz vor dem Eisprung, wodurch die unfruchtbaren Phasen abgeleitet werden können. Wie bei den anderen natürlichen Methoden ist die regelmäßige Dokumentation notwendig.

Konkret verändert sich der Schleim dahingehend, dass er sich von dickflüssig zu dünn und klar verändert je näher der Eisprung kommt. Während der hochfruchtbaren Phase ist es möglich damit Fäden zu ziehen, wenn man ihn zwischen zwei Fingern hält. Nach dem Eisprung verändert er seine Konsistenz wieder hin zu dickflüssig und klumpig.

Problematisch bei dieser Methode ist, dass es durch Hormonspiegel-Schwankungen ebenfalls zu einer Veränderung des Schleimes kommen kann ohne dass der Eisprung davon betroffen ist. Dadurch können falsche Annahmen in Bezug auf dessen Eintreten gezogen werden, wodurch die Methode unsicher wird. Da die Billings-Methode von Trockenheit (Schleim ist wie ein Propf vor dem Muttermund) als Indikator für Unfruchtbarkeit ist, eignet sich diese Methode bei Frauen die auch während der unfruchtbaren Phasen Schleim beobachten nur bedingt.

Aufgrund der Unterschiedlichkeit verschiedener Frauen und den möglichen falschen Rückschlüssen ist die Billings-Methode eher unsicher, was sich auch in dem hohen Pearl-Index von bis zu 15 widerspiegelt.

Symptothermale Methode

Die symptothermale Methode ist eine Kombination aus Temperatur- und Billingsmethode wodurch die falschen Rückschlüsse sehr stark reduziert werden können. Durch die Verbindung beider Methoden ergibt sich der sehr gute Pearl-Index 0,26-2,2. Durch richtige Anwendung ist die symptothermale Methode das sicherste natürliche Verhütungsmittel.

Wie bei der Temperaturmethode beschrieben, erhöht sich die Basaltemperatur zum Eisprung. Anschließend sinkt sie wieder ab und hält bis zum nächsten Eisprung einen niedrigen Wert. Diese Erhöhung resultiert aus der Einwirkung des weiblichen Sexualhormons Progesteron (ein Gestagen). Da die Temperatur jedoch nur im Idealfall derartig klar zu interpretieren ist, behilft man sich bei der symptothermalen Methode zusätzlich mit dem Wissen über die Konsistenz des Zervikalschleims während des Eisprungs. Dieser beginnt mit dem ersten Tag des Zyklus sich zu verdünnen und glasklar zu werden. Außerdem ist bereits erwähntes Fädenziehen möglich. Diese Veränderung wird durch den erhöhten Östrogenspiegel verursacht. Kurz vor dem Eisprung beginnt das Progesteron diesen Effekt wieder zu vermindern. Diese für den Zyklus charakteristischen Eigenschaften können nun gemeinsam mit der Temperatur betrachtet werden. Wenn diese für den Eisprung charakteristischen Symptome überlappen, lässt sich mit hoher Sicherheit der tatsächliche Zeitpunkt feststellen.

Um diese Messungen zu unterstützen gibt es spezielle Computer. Diese können automatisch Basaltemperatur und Konsistenz des Schleims erfassen und auswerten. Außerdem ist es durch Teststreifen möglich zusätzlich den Hormongehalt im Urin festzustellen, wodurch die Vorhersage noch präziser wird. Denn sowohl LH (luteinisierendes Hormon) als auch FSH (follikestimulierendes Hormon) haben um den Eisprung Höchstwerte.

Die Methodensicherheit der symptothermalen Methode sagt dieser Technik eine sehr hohe Erfolgsquote zu, wobei die kontinuierliche Messung und Enthaltsamkeit während der fruchtbaren Tage verpflichtend sind. Ungewollte Schwangerschaften ergeben sich hierbei meistens dadurch, dass Paare auch während der fruchtbaren Tage Geschlechtsverkehr haben bzw. keine anderen (z.B. mechanische) Verhütungsmittel verwenden.

LAM (Stillinfertilität)

Diese Methode kann nur von stillenden Müttern angewandt werden. Denn bei vollstillenden Müttern wird der Eisprung der Frau während der Stillzeit ausgelassen. Warum genau dies so geschieht darüber herrscht noch Uneinigkeit. Die Forschung geht derzeit davon aus, dass durch die Frequenz mit der das Kind an der Brust saugt ausschlaggebend ist. Eine weitere Theorie führt die Stillinfertilität auf das Hormon Prolaktin zurück, welches die Milchabgabe während der Stillzeit ermöglicht.

Dieser Schutz hält höchstens bis zum Wiedereinsetzen der Menstruation und benötigt regelmäßiges Stillen, wobei die Frequenz und nicht die Stilldauer ausschlaggebend sein dürfte.